Bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn: Rauchen führt zu schwereren Krankheitsverlauf

rauchen

Heute gehe ich auf eine Fragestellung ein, die auf dem ersten Blick absurd klingen mag, die aber immer wieder von Patienten an mich herangetragen wird: Hilft Rauchen gegen entzündliche Darmerkrankungen – lindert Rauchen die Symptomatik bei Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn?

Die klare Antwort vorweg: Rauchen hilft nicht – Rauchen schadet! Studien haben gezeigt, dass Rauchen einen nachweisbaren Einfluss auf entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn hat. Es gibt eine klare Assoziation zwischen Rauchen und dem Auftreten sowie dem Schweregrad der Erkrankung.

Rauchen bei Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn kann zu

  • mehr Schüben,
  • einem höheren Medikamentenverbrauch,
  • mehr Komplikationen,
  • einer höheren Wahrscheinlichkeit, eine Erhaltungstherapie zu benötigen,
  • einem höherem Operationsrisiko und
  • zu einer Verschlechterung der Lebensqualität führen.

Studie: Rauchen macht häufiger Operationen notwendig

Eine Studie aus dem Jahr 2014 ergab, dass Rauchen das Risiko für die Entwicklung von Morbus Crohn erhöht. Die Forscher fanden auch heraus, dass selbst ehemalige Raucher ein höheres Risiko hatten, an Morbus Crohn zu erkranken als Nichtraucher. Darüber hinaus zeigte sich, dass aktive Raucher mit Morbus Crohn häufiger chirurgische Eingriffe benötigten und eine schwerere Krankheitsaktivität aufwiesen.

Eine weitere Studie aus dem Jahr 2016 untersuchte den Einfluss des Rauchens auf den Verlauf von Colitis ulcerosa. Die Ergebnisse zeigten, dass Rauchen bei Patienten mit Colitis ulcerosa zu einem schwereren Krankheitsverlauf führte und das Ansprechen auf die Therapie beeinträchtigte. Ehemalige Raucher hatten ebenfalls ein erhöhtes Risiko für einen schwereren Verlauf der Erkrankung im Vergleich zu Nichtrauchern.

Wissenschaftler sind der Frage nachgegangen, warum manche Menschen an Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa erkranken, während andere von diesen chronischen Erkrankungen verschont bleiben. Sie fanden mehr als 50 Arbeiten, die sich mit der Frage befasst hatten. Rauchen wurde eindeutig als Erkrankungsrisiko identifiziert:

Zum einen beeinflusst das Rauchen das Immunsystem und kann zu einer verstärkten Entzündungsreaktion im Darm führen. Nikotin, das in Zigaretten enthalten ist, kann die Produktion von entzündungsfördernden Zytokinen wie Tumor-Nekrose-Faktor-alpha (TNF-alpha) und Interleukin-6 (IL-6) erhöhen. Diese Zytokine spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Entzündungsprozessen im Darm.

Darüber hinaus kann Rauchen die Darmbarriere beeinträchtigen, indem es die Permeabilität der Darmwand erhöht. Eine gestörte Darmbarriere ermöglicht es schädlichen Substanzen und Bakterien, leichter in das Gewebe des Darms einzudringen und dort Entzündungen auszulösen. Dies kann zu einem erhöhten Risiko für Schübe und Komplikationen bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen führen.

Da gibt’s also nichts mehr zu diskutieren, die Sache ist eindeutig geklärt: Patienten, bei denen eine entzündliche Darmerkrankung wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn diagnostiziert worden ist, sollten unbedingt aufhören zu rauchen.

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Tipp für Raucher: Mit Hypnose von der Sucht loskommen

Das darf ich sicher an dieser Stelle auch sagen: Ich helfe Rauchern, von ihrer Sucht loszukommen. Ich habe in meiner Naturheilpraxis sehr gute Erfahrungen mit Hypnose gemacht: Mit dieser Therapieform konnte ich nachweislich vielen Menschen helfen, die Zigaretten wegzulassen – und das auch noch “ganz ohne Nebenwirkungen”, also ohne schlimme Entugserscheinungen. Wenn Sie Fragen dazu haben, melden Sie sich gerne bei mir (per Mail oder Telefon).