Warum Darmpatienten wissen sollten, was sich hinter “Mikronährstoffen” verbirgt

Mikronährstoffe

Das Wort klingt schon etwas eigentümlich: Mikronährstoffe. Doch auch wenn es sich auf dem ersten Blick wenig attraktiv anhört: Wir sollten uns dem Thema unbedingt nähern. Denn hinter dem spröden Wort “Mikronährstoffe” finden sich viele Informationen, die für alle Darmpatienten von großer Wichtigkeit sein können.

Mikronährstoffe – fangen wir ganz allgemein an – sind essentielle Nährstoffe, die der Körper in kleinen Mengen benötigt, um ordnungsgemäß zu funktionieren. Dazu gehören Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe. 

Diese Nährstoffe – auch das vorweg – sind entscheidend für die Gesundheit des Darms. Sie tragen dazu bei, Entzündungen zu reduzieren und die Heilung zu fördern.

Jetzt gehen wir etwas mehr in die Tiefe:

Vitamine sind organische Verbindungen, die an vielen Stoffwechselprozessen im Körper beteiligt sind. Wir können sie in wasserlösliche Vitamine (wie Vitamin C und B-Vitamine) und fettlösliche Vitamine (wie Vitamin A, D, E und K) unterteilen, und das wiederum hat folgende Bedeutung:

  • Wasserlösliche Vitamine werden vom Körper nicht gespeichert. Sie müssen regelmäßig über die Nahrung aufgenommen werden. Sie sind wichtig für das Immunsystem, den Energiestoffwechsel und die Zellerneuerung.
  • Fettlösliche Vitamine dagegen werden im Fettgewebe gespeichert. Sie können bei Bedarf abgerufen werden. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Aufnahme von Calcium und Phosphor, bei der Regulation des Hormonhaushalts und bei der Zellerneuerung. Vitamin D wird zum Beispiel oft mit Darmentzündungen in Verbindung gebracht: Es kann die Entzündungsprozesse im Darm hemmen.

Wichtig: Der Körper sollte ausreichend Mikronährstoffe aufnehmen

Neben den Vitaminen gibt es die Mineralstoffe: Calcium, Magnesium, Eisen und Zink sind ebenfalls entscheidend für die Gesundheit des Darms:

  • Calcium unterstützt die Funktion der Darmmuskulatur und trägt zur Regulierung des Säure-Basen-Haushalts bei.
  • Magnesium wirkt entzündungshemmend und hilft, Krämpfe im Verdauungstrakt zu lindern.
  • Eisen ist wichtig für die Bildung von roten Blutkörperchen und den Sauerstofftransport im Körper.
  • Zink spielt eine Rolle bei der Wundheilung und der Regeneration der Darmschleimhaut.

Kommen wir zu den Spurenelementen: Das sind Selen, Kupfer und Mangan. Sie werden nur in sehr geringen Mengen benötigt. Aber sie haben dennoch wichtige Funktionen im Körper:

  • Selen wirkt antioxidativ und schützt die Zellen vor Schäden durch freie Radikale.
  • Kupfer ist an der Bildung von Bindegewebe beteiligt und unterstützt das Immunsystem.
  • Mangan spielt eine Rolle bei der Entgiftung des Körpers und der Energieproduktion auf zellulärer Ebene.

Schließlich gibt es noch die sekundären Pflanzenstoffe: Das sind bioaktive Substanzen in Pflanzen, die antioxidative Eigenschaften haben und vor Krankheiten schützen. Sie kommen vor allem in Obst, Gemüse, Kräutern und Gewürzen vor. Beispiele für sekundäre Pflanzenstoffe sind Flavonoide in Beeren, Carotinoide in Karotten oder Glucosinolate in Kreuzblütlern wie Brokkoli.

Nahrungsergänzungsmittel nur bei echtem Mangel einnehmen

So, jetzt wissen wir, was sich hinter dem Wort “Mikronährstoffe” verbirgt. Eine naheliegende Frage lautet: Wie kann ich sicherstellen, dass der Körper ausreichend Mikronährstoffe aufnimmt?

Dazu ist es wichtig, sich ausgewogen zu ernähren. Am besten sollte eine Vielzahl von Lebensmitteln konsumiert werden: Frisches Obst und Gemüse sollten einen großen Teil Ihrer Ernährung ausmachen, denn sie sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Pflanzenstoffen. Vollkornprodukte liefern Ballaststoffe sowie B-Vitamine und Mineralstoffe.

Ganz obenan steht natürlich immer die gesunde Ernährung. Es kann dann auch sinnvoll sein, Nahrungsergänzungsmittel zu sich zu nehmen, einfach um sicherzustellen, dass der Körper alle erforderlichen Mikronährstoffe erhält. Doch aufgepasst: Nahrungsergänzungsmittel können keine ausgewogene Ernährung ersetzen! Sie sollten eigentlich auch nur verwendet werden, wenn ein Mangel diagnostiziert wurde oder anderweitige besondere Umstände vorliegen. Ob das der Fall ist, kann Ihnen am besten ein qualifizierter Gesundheitsdienstleister sagen.

Als Heilpraktiker kann ich Ihnen – wie natürlich auch jeder Arzt – helfen herauszufinden, welche Mikronährstoffe für Sie in Ihrer speziellen Situation am wichtigsten sind und welche Dosierung angemessen ist.